Geschichtliches Bilder zur Kirche

Baugeschichte - Renovierungsmaßnahmen - Sehenswertes - Zur Kirchengemeinde
1. Zur Baugeschichte

Kürnbach hatte schon zur Zeit Karls des Großen, um das Jahr 800 n. Chr. eine Kirche. Diese war aus Holz gebaut und eine sog. "Eigenkirche", d.h. sie wurde vom Grundherrn erstellt und unterhalten. Urkundlich erwähnt ist sie im karolingischen Güterbesitz des Klosters Weißenburg als "basilica ad Quirinbach".

Diese Holzkirche wurde später durch einen romanischen Steinbau ersetzt, eine Wehrkirche, der zunächst den Namen Michaelskirche und nach 1297 den Namen Liebfrauenkirche trug. Deren Chorraum liegt im Untergeschoss des Turmes und dient heute als Sakristei.  

Im Jahre 1443 beklagten sich die Kürnbacher Bürger, sie könnten nicht mehr zur Kirche gehen, weil sie befürchten müssten, von herabfallenden Steinen erschlagen zu werden. Eine Reparatur hatte keinen bleibenden Erfolg. Ein Neubau wurde deshalb unumgänglich. Von Anfang an schwierig war die Frage der Baupflicht.

Im Jahre 1499 konnte der Grundstein für die heutige Kirche gelegt werden. Dieser ist an der Ecke beim Haupteingang eingemauert und trägt die Inschrift: "Im Jahre 1499 ist der erste Stein gelegt worden."

Dieser Bau wurde 1501 im spätgotischen Stil vollendet. Das Bistum Speyer finanzierte das Kirchenschiff, der Deutschorden den Chor und die Gemeinde den Ausbau des Turmes. Beim Bau wurde die Südmauer des bisherigen Kirchenschiffes als Nordmauer der heutigen Kirche verwendet, das Langhaus durch den Chorraum erweitert, zwischen Schiff und Chorraum ein Triumphbogen eingebaut und der Chor durch einen Zwischenbau mit dem romanischen Turm verbunden. Der Friedhof um die Kirche wurde als Terrasse umgestaltet. Doch bereits 1608 war die Kirche samt Turm “baufällig von unten an bis oben auß”  und musste saniert werden.  

Im dreißigjährigen Krieg wurde die Kürnbacher Kirche 1637 verbrannt und 1658 wieder aufgebaut  1721-26 erfolgte eine gründliche Renovierung der bereits wieder einsturzgefährdeten Kirche. Dabei wurde der Turm im oberen Teil achteckig aufgestockt. Auch in der Folgezeit waren immer wieder schwere Schäden an der Kirche zu beheben.

- Das Kondominat und somit die Aufteilung der Baupflicht an Hessen, Württemberg und den Deutschorden erwies sich als äußerst hinderlich und führte zu Streit um die Finanzierung der Baumaßnahmen.  Das führte zu erheblichen Verzögerungen der notwendigen Arbeiten, in einem Fall waren es 15 Jahre.

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2. Durchgeführte Renovierungsmaßnahmen

Die Kirche ist im Besitz der evang. Kirchengemeinde Kürnbach - nur die Turmuhr gehört der politischen Gemeinde. Die Kirchengemeinde ist auch baupflichtig. 1991 wurde die Heizung erneuert und die Tonnendecke des Kirchenschiffs isoliert. 1995/96 wurde der Kirchturm neu gedeckt, verputzt und gestrichen, die Turmzier restauriert sowie ein Steinsims rund um den Turm erneuert. 1997 wurde der durch einen Grundbruch – das alte Übel- gefährdete Westgiebel mit der Verbreiterung des Fundaments von 1,25 auf 2 m saniert. 1998 erfolgte die komplette Außenrenovierung. Die Doppelschalenmauern des Kirchenschiffs wurden mit flüssigem Baumaterial verpresst, der Länge nach durchbohrt und ein Ringanker oberhalb der Fenster eingezogen, um den Westgiebel zusätzlich zu verankern. Drei gebrochene und verschobene gotische Maßwerke mussten ersetzt werden. Die Außenwand wurde ausgebessert, neu verputzt und gestrichen. Der fast durchgängig defekte Steinsims rings um die Kirche wurde ausgewechselt. Im Jahr 2000 wurde die Innenrenovierung  und 2001 die Orgelrestaurierung durchgeführt. Die Kosten betrugen ca. 2 Millionen DM. Diese Kosten wurden folgendermaßen aufgebracht: 1/3 Zuschuss aus Kirchensteuermitteln, 1/3 Darlehen der Landeskirche, 1/3  die Kirchengemeinde Kürnbach. Auch das Landesdenkmalsamt beteiligte sich mit Zuschüssen in unterschiedlicher Höhe.

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3. Sehenswertes in der Kirche

Der Chorraum enthält ein Netz/Sterngewölbe mit schönen Schlusssteinen. Auf dem ersten an den Fenstern sieht man einen Gerichtsengel  mit der Waage als Symbol des jüngsten Gerichtes. Der zweite Stein trägt Maria als gekrönte Himmelskönigin, sie war die Schutzpatronin des Deutschordens, der hier 1297 den Kirchensatz erwarb. Die nächsten Schlusssteine enthalten Wappen von Deutschherren und das Zeichen eines Steinmetzen. Auf einem weiteren doppelten Schlussstein sind Küferbeil und Küferschlegel im einen Feld sowie die Jahreszahl 1501 im zweiten Feld und  im Spruchband um beide Wappenfelder die Namen zweier Baumeister festgehalten. 

Der 2,30 m hohe Kruzifixus stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und ist von einem unbekannten Meister geschaffen. 

Des weiteren sind im Chorraum an den Wänden ein altes Weihekreuz und Grabplatten des Kürnbacher Ortsadels, derer von Sternenfels, zu sehen. Auch im Kirchenschiff befinden sich Gedenksteine. Weitere Platten, bei Renovierungsarbeiten vor ca. 40 Jahren im Chorraum gefunden,  sind an der Außenwand des Kirchturms wettergeschützt angebracht.

 b) Das Renaissance-Grabmal

Von einem unbekannten Künstler um 1600 aus weißem Sandstein geschaffen, zeigt es den letzten Ortsadeligen, Bernhard von Sternenfels, und seine Gemahlin Maria Agatha von Weitershausen. Diese ließ das Epitaph für ihren Gatten und sich erschaffen. Es ist 5 m hoch und 2,65 m breit. Im Urteil der Kunstgeschichte gilt es als "das bedeutendste dieser Gegend und eines der schönsten im Land." Die beiden Statuen stehen in zwei Nischen, die von mit Wappen verzierten Pilastern gebildet werden. Man nimmt an, dass die Gesichtszüge der Dargestellten authentisch sind. Zwei Schriftplatten darunter enthalten die Sterbedaten und Angaben über die Verstorbenen. Dazu bezeugen Bibelworte auf weiteren Steintafeln die Gewissheit der Auferstehung von den Toten. Drei fein ausgearbeitete Reliefs oberhalb der Statuen stellen links die Auferstehung Jesu dar, rechts die Himmelfahrt Christi und darüber die Wiederkunft Christi mit der Auferstehung der Toten und dem  Jüngsten Gericht. Das Gesamtwerk enthält weitere Figuren wie die Evangelisten Johannes und Markus und wird mit einem kleinen Kruzifix in 5 m Höhe abgeschlossen. 

c) Holz-Epitaph

Auf der linken Seite des Kirchenschiffs hängt ein Holz-Epitaph zum Gedenken an die verstorbene Gattin des hessischen Vogtes Thilo. Auch dieses Epitaph ist heute eine beachtenswerte Rarität.  

d) Die Orgel

Sie steht unter Denkmalsschutz und wurde 1837 von Orgelbauer Jacob Overmann aus Heidelberg, einem Silbermann-Schüler, erbaut und besitzt 26 Register. Im Jahre 1965 wurde sie restauriert und erweitert.  Im Zuge der Innenrenovierung wurde sie 2001 gründlich überholt. 

e) Die Glocken

Die Kirche besitzt drei Glocken. Die älteste stammt aus dem Jahre 1886. Nachdem in beiden Weltkriegen die große und mittlere  Glocke abgeliefert werden mussten, wurden diese beiden 1949 in Karlsruhe neu gegossen.

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4. Die evang. Kirchengemeinde Kürnbach

Auch in den Zeiten des Kondominats - das Dorf war bis 1905 zu zwei Dritteln hessisch, bis 1810 ein Drittel württembergisch, danach badisch - gab es stets nur eine vereinigte Kirchengemeinde in Kürnbach. In der Reformationszeit wurde Kürnbach 1537 evangelisch und gehörte bis 1810 der württembergischen Landeskirche an. Seitdem ist Kürnbach eine badische Kirchengemeinde. Sie hat ca. 1400 Gemeindeglieder und zeichnet sich aus durch eine überdurchschnittlich gute Teilnahme am Gottesdienst und ein vielseitiges Gemeindeleben mit vielen Mitarbeiter-Innen und Mitarbeitern und durch ein großes soziales Engagement.  Sie ist Träger zweier Kindergärten und einer Nachbarschaftshilfe und Mitglied der Diakoniestation Südlicher Kraichgau.

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